Nachhaltigkeit und Müll

Stimmt das? Produzieren wir wirklich so viel Müll, wie uns die Statistiken lehren?

Es ist schon eine Herausforderung, Müll zu reduzieren oder so wenig, wie möglich Müll zu produzieren. Die Motivation nachhaltig zu agieren, entsteht beim Individuum; ein übergeordneter Erfolg von Nachhaltigkeit ergibt sich erst oder nur durch ein Miteinander. Die Natur gibt uns ihr Feedback und das Ergebnis vom bewussten Leben bemisst sich leider am Schwächsten.Bevor ihr zu Ende lest, schaut Euch bitte einmal das Bild an. Der Müllsack hatte ein ungefähres Gewicht von 2 bis 2,5 Kg, Volumensangabe auf der Verpackung 50 L.

Wie lange bräuchtet ihr (alleine oder als Familie), um diesen Sack zu füllen? Stunden? Einen Tag? Mehrere Tage?

Mich bekümmert dieses Thema, wie viele von Euch, sehr, da auch jedes gute Engagement des Einzelnen von der Großindustrie auf eine harte Probe gestellt wird. Sie sind es, die immer weiter bestimmte Stoffe verwenden und weiter produzieren, nicht, weil es Käufer/Abnehmer gibt, sondern, weil sie wissen, dass es ob einer mangelnden Alternative gekauft werden wird, also, weil es ihnen Geld bringt. Und auch wenn es um die Einwegverpackungsgepflogenheit geht, besteht die Schuld am Mülldesaster nicht allein seitens des Endverbrauchers. Es ist leicht dem Konsumenten die Verantwortung zu übertragen, wovon viele in der Stadt leben und es schwer bis unmöglich ist, sich selbst zu versorgen. Was der Umgang und das grundsätzliche Verhalten mit einer Sache betrifft, schon eher. Doch ist es eben nicht selbstverständlich, dass es einen Biohof oder regionale Produzenten gibt, bei welchen man müllfrei, also ohne Verpackung einkaufen kann, wenn man als bspw. alleinerziehende, berufstätige Mutter ohne Auto sein Leben bewältigt oder eben ein betagter Rentner ist. Und natürlich ist es für viele eine Frage des Geldes.

Jedes Mal, wenn ich zum Müll gehe, um etwas weg zu werfen, dass nicht verrottet oder in einen unkomplizierten, umweltakzeptableren Vorgang der Natur zurückzuführen werden kann oder auch Recycling, habe ich ein schlechtes Gefühl. Alles zu verbrennen scheint attraktiv, ist aber auch keine Lösung. Und auch, wenn es darum geht, Vorräte anzulegen, wird jenes Unterfangen schwierig. 

Denke ich an Naturvölker wie die Inuit, die Tschuktschen, Jakuten und weitere Eskimos, an jene auf dem südamerikanischen Kontinent wie die Yanomami, die Xingu, die Huaorani, an jene in Afrika lebenden Stämme der Pygmäen, die Massai oder auch an die Dayak auf Borneo, dann weiß ich, dass es möglich ist, ein Leben ohne Umweltverschmutzung zu führen. Jene Völker werden zu unrecht als rückständig bezeichnet. Denn der ach so zivilisierte, hoch intelligente westliche Mensch bekommt die einfachste Sache nicht auf die Reihe. Nämlich im Einklang mit der Natur zu leben. Und er ist genauso ein Teil der Natur, wie alle anderen Lebewesen, die, in welcher Form auch immer, aus ihr hervorgegangen sind.

Auch für mich ist ein derartige Leben, welches die indigenen Völker führen unvorstellbar. Mich halbnackt zu bewegen, mir aus Bärenfellen Schuhe zu nähen oder Moos für weibliche Angelegenheit zu nutzen. Dass muss es auch nicht. Dennoch widerstrebt mir die sinnbefreite Verschwendungslust, Habgier, Größenwahn und Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Ich denke, es ist eine grundsätzliche Einstellung, wie ich leben will und worauf ich verzichten kann. Was brauche ich wirklich zum Leben? Damit meine ich nicht nur Dinge, sondern auch Handlungen. In meinen Augen ist das Konsumverhalten, mangelnde Umwelterziehung und die Unverbundenheit der Menschen arg aus den Fugen geraten ist.

Global ist für mich kein Begriff des Fortschritts, sondern des Rückschritts, da die Maßlosigkeit in ihrem Warenverkehr und dem Umgang mit der Natur so prägnant und erschreckend sind. Zugegeben, ich esse gern Ananas, Sojaprodukte, Reis und Schokolade. Es dürfte jedoch kein Problem sein, jene beliebten Produkte regional anzubauen oder in einen vernunftsorientierten Austausch zu treten.

Mir fällt Müll einzusparen schwer. Doch wo eine Wille ist, ist auch ein Weg, sagt man doch. Habt ihr meine Frage noch im Kopf? Wie lange bräuchtet ihr, um jenen gelben Sack zu füllen? Hinzugerechnet werden muss auch jener Müll, den ihr außerhalb Eures Heimes produziert und in „fremde“ Mülleimer werft.

Jener Sack mit schätzungsweise 2,5/3 Kilogramm wurde von einer 6-köpfigen Familie, mit der unbedingten Motivation Müll zu sparen, innerhalb einer Woche gefüllt. Unserer.

Es ist komisch, seinen Müll zu zeigen. Doch was meint ihr? Ein Erfolg?

Wisse, dass jedes positive Handeln und wenn es noch so nichtig erscheinen möge, ein positives Ergebnis nach sich zieht. Wisse, dass vieles Kleine zusammen Großes bewirken wird.

Wenn wir darüber sprechen und uns gegenseitig motivieren und helfen, dann werden wir zusammen erfolgreich sein und das kleine Engagement des Einzelnen zu einem größeren gemeinsamen und sichtbaren Erfolg führen.

Zusatz: Die durchschnittliche Menge an produziertem Verpackungsmüll in Österreich liegt bei ca. 156 Kilo, also ungefähr 3 kg Müll pro Person/Woche. Also 6x soviel wie unser kleiner Wochenerfolg. Es geht nur um Verpackungen, nicht um Müll im Gesamten (kommunaler Abfall), wo auch noch Biomüll, Restmüll, Papier, Familienmüll, Anteile Supermärkten, Fabriken, Transport etc. zugerechnet würde. Die Gesamtmüllmenge pro Kopf und Jahr beträgt in AUT an die 500 kg. Zum Vergleich Deutschland: Verpackungsmüll mit ca. 220 Kg und Gesamtmüll über 600 kg.

 

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