Es regnet Marienkäfer

Es regnet Marienkäfer

Es ist wohl nichts Ungewöhnliches dabei, wenn dieser Tage gelegentlich Flugzeuge am Himmel kreisen. Oftmals weit oben, ganz klein zu erkennende weiße, stille Flieger, doch auch hin und wieder Propellerflugzeuge, Segelflieger, Helikopter und militärisches Geleit.

Am 12. Oktober 2019 nahmen wir erstmals ein Phänomen war, welches das Eden-Projekt bis dato nicht erlebte, zumindest nicht bewusst. Es sei kurz zu erwähnen, dass jedes Jahr eine oder auch zwei Arten aus der Reihe schlagen. Was heißt, dass sie im Verhältnis zu den Vorjahren und zu anderen am Areal lebenden Arten in merklicher Überzahl erscheinen. Heuer waren das zum Beispiel die Heupferde und Heimchen.

Die Sonne schien hoch und warm am Himmel, hin und wieder bildete eine Wolke einen kurzlebigen Schatten. Ein leichter Wind, ein milder Herbsttag, kalendarisch eher in den frühen September passte als in den Oktober, der bei uns „normalerweise“ schon von den ersten Frösten dominiert wird. Alles in allem ein wundervoller Tag. Ziemlich genau gegen Mittag des genannten Tages überflog also wiedereinmal, ohne ihm eine besondere Beachtung zu schenken, ein Flugzeug des Types Hercules den Wald, in welchem sich das Eden-Projekt befindet. Wenig später, vielleicht 15 Minuten, rieselten hunderte, wenn sich tausende kleine Insekten vom Himmel. Jemand stürmte zum Haus und schrie aufgeregt: „Komm Mama, es regnet Marienkäfer.“ Was? Aber tausende Marienkäfer, schwarze, rote, gelbe, mit und ohne Punkte, kleinere und größere, schwirrten unkontrollierbar in der Luft herum, landeten und starteten, setzten sich an Haupt und Kleidung, krabbelten orientierungssuchend an Holzbalken und Wänden hin und her, auf und ab. Ein unglaubliches Treiben, welches einige Stunden hielt.

Sind plötzlich, kurz vor dem Winter, tausende Marienkäfer erwacht? Wo wir doch in den letzten Jahren eher vereinzelt jene Käfer sahen und uns über jedes Geschöpf dieser Art dankbar freuten. Oder fielen sie tatsächlich alle vom Himmel? Ich glaube nicht an Zufälle.

Aus der Bibel kennen wir die Geschichte der sieben Plagen. Nein, ich sehe jenes Ereignis nicht als solche. Dennoch kommt mir das „vom Himmel fallen“ bekannt vor.

Am darauffolgenden Tag waren die Lüfte von ihnen geklärt, ein paar Dutzend vielleicht verteilt auf das gesamte Areal waren noch anzutreffen, wärmten sich in der Sonne an einer Seitenwand des kleinen Holzhauses und krabbelten in Ritzen der Paneele. Für diese Jahreszeit doch recht untypisch. Einen kleinen Freund fand ich regungslos und hohl am schmalen Gehsteig des Hauses. Er konnte dem Stress dieser Erfahrung wohl nicht trotzen und fand im Eden sein letzte Ruhe.

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