Biodiversität der Fauna

BIODIVERSITÄT DER FAUNA – Wilde, heimische Tiere

Der Wald gehört uns nicht. Er war da, als wir schon waren und wird es, so Gott will und der Mensch ihn nicht zerstört, noch lange nach uns sein. Wir dürfen in ihm leben. Wir dürfen leben. Genau wie die Tiere. Und wie wir zu sagen pflegen: Sie gehören nur sich selbst und dem lieben Gott. Dass wir Nutztiere haben und sie mit uns leben, heißt nicht, dass sie nicht frei sind. Nutztieren sollte ein artgerechtes Leben ermöglicht sein.

Wir sind zudem dankbar über jedes wilde Lebewesen, was seinen Weg zu uns findet und uns an seinem Lebensrhythmus teilhaben lässt.

Viele Geschöpfe kreuzten im Laufe der Jahre unseren Weg und schenkten uns wunderbare Erlebnisse.

Zu Beginn, als das Areal noch nicht eingezäunt war, besuchten uns Fuchswelpen. Die waren wirklich herzig und zu Recht sehr scheu. Sie kamen nach der Dämmerung und wir beobachteten sie durch die Spalten der verschlossenen Fensterläden. Auch schlich sich eines Nachts im Vollmondschein ein erwachsener Verwandter ihrer zu uns und stritt wohl, auf einem unserer ersten Hügelbeete stehend, mit seinem Echo, welches aus dem Wald widerhallte. Dieses andauernde Gebell holte uns aus dem Schlaf und direkt in unseren bewaldeten Dschungel.

Eines Morgen stand eine prächtige Hirschkuh zwei Meter von unserem Schlafzimmerfenster entfernt und äste im Morgengrauen. Im ersten Sommer knisterte und zischte es eines Abend nach Sonnenuntergang an der Nordseite des Hause derart laut, dass ich erschrak und im Schutzinstinkt erstmal die Haustür schloss. Wir lebten nun schließlich mitten im Wald, da ist eine gewisse Vorsicht zu späterer Stunde verständlich und ratsam. Es waren hunderte von Glühwürmchen, deren kurzzeitiges Aufleuchten und wieder Verglimmen im sich wiederkehrenden Spiel so eindrucksvoll war, dass ich in diesem wundersamen Augenblick ein Gefühl der absoluten Demut einhergehend mit Freude und Verzückung empfand, welche ich nie vergaß. Ein schier unaussprechlicher Segen.

Einmal verfing sich eine Fledermaus in einem Spinnennetz. Nein, die dazugehörige Spinne war nicht größer als unser nachtaktiver Freund. Tom befreite sie und sie flog davon.

Eines Nachmittag sah ich durch das Stubenfenster plötzlich einen riesenhaften Schatten auf der Wiese am Mammutbaum kreisen, der wieder verschwand und kurze Zeit später wieder auftauchte. Wir trauten unseren Augen kaum, ein kapitaler Schwarzstorch war wohl auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Er flog so tief und landete kurz beim Teich. Ich wünschte mir so sehr, dass er wieder käme, doch nach diesen wenigen Minuten sah ich ihn nie wieder.

Es gab auch Wildhasen, die oftmals über die Wiesen sprangen und sogleich wieder verschwanden.

Jährlich nisten die Bachstelzen am Dachfirst, dutzende Kröten paaren sich im Frühjahr und wandern nach dem Laicherfolg zu hunderten, kleinen Nachkommen über die Wiesen in Richtung Wald. Das Eichhörnchen hört man mit dem Eichelhäher streiten und über die Wiese schnell und doch nicht unbemerkt zum Mammutbaum flitzen. Und dieser im Zentrum gen Himmel gewachsene, prächtige Riese bietet/bot seinen ganz eigenen Lebensraum für vielerlei Vögel, z.B. Taube, Meise, Grünfink, Dompfaff, Specht, Kleiber, Zaunkönig, Rotkehlchen.

Ein oder mehrere Maulwürfe behügeln fortlaufend unsere Grünflächen und Pflanzbereiche der Bäume. Die Mäuse schauen uns frech von den Füßen hoch und sausen ins nächste Loch, wovon es unzählige gibt. Nach dem Verlassen werden jene Löcher/Bauten Jene dann von den geliebten Eidechsen bezogen. Und die Blindschleiche liegt uns besonders am Herzen. Füchse, Marder und Sperber kamen auch oft und holten sich das eine oder andere Tier. Und auch andere Greifvögel halten regelmäßig Ausschau. Einmal waren wir Zeuge eines Überlebenskampfes eines Amselhahnes, wobei sein Angreifer der Falke gegen das Abflussrohr der Regenrinne donnerte.

Was die Insektenwelt betrifft, so hatten wir seit Beginn jährlich außergewöhnliche Begegnungen. Denn zu unserer Überraschung schlägt immer eine Art zahlenmäßig aus der Reihe.

Im ersten Jahr waren es komische, schwarze Fliegen. Also keine normalen Stubenfliegen, die so schnell, ja fast nervös an einem vorbeizischen. Eher langsame, denen man mit dem Zeigefinger folgen konnte. Teilweise waren unsere Hauswände ganz schwarz und manchmal hatte ich den Eindruck, als würde ein grau-schwarzer Schleier die Sicht trüben. Millionenfach. Tagelang. Nach dem ersten Jahr habe ich diese Tiere nie wieder gesehen.

Im zweiten Jahr waren es giftgrüne bis türkis schimmernde, wanzenähnliche Käfer, die unser Obstbaumlaub und alles andere angefressen haben. Wir versuchten sie einzusammeln. Auch diese Art blieb unserem Grundstück in den darauffolgenden Jahren größtenteils fern. In diesem Jahr habe ich vielleicht ein oder zwei gesehen.

Im dritten waren es Junikäfer/ Maikäfer und Fliegen. Letztes Jahr Wespen, Hornissen und Riesenspinnen, die ihre Netze von Fichten zu Tomatenpflanzen sponnen.

Und in diesem Jahr sind es Heupferde/Heimchen/Grashüpfer. Tausendfach. Wenn das mal reicht. Bei jedem Schritt sprangen dutzende vor einem davon.

Allerdings sei zu erwähnen, dass die Arten ausdünnen. Zumindest ist das unser Eindruck. Die Singvögel werden weniger genauso wie die Insekten.

Dieser kleine Freund befand sich mutterseelenallein unterm großen Apfelbaum. Nach ein paar Minuten vertrauenswürdiger Handwärme nahm er auf einem jungen Klarapfelbäumchen Platz, um schließlich aufgeregten Flügelschlages dem wiederkehrend rufenden Zwitschern seiner Mama zu folgen.

 

 

 

 

 

DIE BUCHROTSCHWANZ_RAUPE: Sie verirrte sich in eine Scheibtruhe/Schubkarre und wir setzten sie zur Buche zurück

 

 

Was für ein besonderer Moment. Das zu erleben, gehört wie so viele Begegnungen in und mit der Natur zu den Wundern im Leben. Als zum ersten Mal ein Schmetterling auf meinem Arm Platz nahm, war ich erschrocken und verzückt zugleich. Da wurde mir bewusst, wie lang so ein Rüssel eines Schmetterlings doch ist. Damals vor über 4 Jahren war der erste, erkundungsfreudige Schmetterling ein Tagpfauenauge, der immer wieder zu mir zurück flog und ansetzte. Seither passierten diese Arten der Begegnungen, selten, aber hin und wieder.

Doch jene Begegnung war schier atemberaubend. Der Flug einer Libelle, das scheinbare Stehen in der Luft haben sicher schon viele von uns faszinierend verfolgt und wenn sie dann irgendwo z.B. auf einem Pflanzen stabilisierenden Bambusstock minutenlang verweilen, dann kann man sich ihnen nähern, sie wunderbar beobachten oder sogar ein tolles Photo aufnehmen.

Die Schwalbenschwanz-Raupen haben sich über den Dill hergemacht. Ich bedaure sehr, dass es nicht mehr Dill für sie gab. Wie man sieht, greifen sie hier nach dem letzten Strohhalm.

Dieser kleine Freund wurde liebevoll umgesiedelt, als er uns vor die Füße lief, während wir im Begriff waren, den alten Schuppen/Stall abzureißen, den man im Hintergrund sehen kann. Das war im zweiten Jahr. Vielleicht hat er sich verlaufen. So ein putziges Kerlchen. Er fand mit etwas Hilfe dann seinen Weg nach draußen.

Siehst Du, wie sie Dich anschaut?! Und wie sie sich ihre Pollenklößchen mit dem Nektar der Lupinen füllt. Bitte schreibt mir Eure Bienenmagneten bzw. wichtigsten/besten Bienenfutterpflanzen.

Ich bin so unfassbar dankbar, über jede Biene, die ich sehe. Trotz reichlichem Bewuchs eher wenige. Nicht so, wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Wo früher die Bienen fast Schlange standen äh flogen und es im Garten überall summte, bleiben viele Blüten heute leer. Bei uns gibt es wesentlich mehr Hummeln, wobei auch diese weniger werden. Wir haben nun entschieden, eigene Völker “zu kaufen” und anzusiedeln und werden hierfür noch eine Vielzahl an Pflanzen ordern.

Danke fürs Lesen!

Kleine Bildgalerie

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